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Keine Zeit für Digitalisierung? Warum das im Handwerk zum Problem wird

Wissenswertes|6 Minuten
Gemalte Illustration einer Werkbank mit Stapel Papierzetteln und Ordnern, daneben ein ungenutztes, eingestaubtes Tablet

Die Auftragsbücher sind voll, das Telefon steht nicht still, und abends wartet noch der Papierkram. In dieser Lage ist die Digitalisierung im Handwerk für viele Betriebe kein Thema, das oben auf der Liste steht. Genau das zeigt auch die Bitkom-Studie „Digitalisierung des Handwerks" (2025): 72 Prozent der Befragten geben an, schlicht zu viel zu tun zu haben, um sich damit zu beschäftigen.

Das ist keine Bequemlichkeit, sondern eine ehrliche Prioritätenfrage. Wer den ganzen Tag am Kunden, in der Werkstatt oder auf der Baustelle ist, hat wenig Puffer, um sich abends noch mit neuer Software auseinanderzusetzen. Trotzdem lohnt sich ein zweiter Blick auf die Zahlen, denn sie widersprechen sich an einer entscheidenden Stelle.

Ein Widerspruch, der sich durch die Zahlen zieht

Dieselben Betriebe, die keine Zeit für Digitalisierung haben, benennen sehr genau, was sie sich davon versprechen: 76 Prozent nennen Zeitersparnis als größten Vorteil digitaler Anwendungen. 80 Prozent erwarten eine flexiblere Arbeitsorganisation.

Anders gesagt: Das Mittel, das gegen den Zeitmangel helfen würde, wird wegen genau dieses Zeitmangels aufgeschoben. Der volle Terminkalender ist gleichzeitig der Hauptgrund für die Digitalisierung und das größte Hindernis auf dem Weg dahin.

72 %

der Handwerksbetriebe haben nach eigener Angabe zu viel zu tun, um sich mit der Digitalisierung zu beschäftigen.

Warum das nachvollziehbar ist

Hinter dem Aufschieben steckt selten Ablehnung. Oft fehlt schlicht der Überblick: 58 Prozent der Betriebe geben an, gar nicht zu wissen, was technisch überhaupt möglich ist und was davon zum eigenen Betrieb passt. Wer nicht weiß, wo er anfangen soll, fängt verständlicherweise erst mal gar nicht an.

Dazu kommt ein Denkfehler in der Rechnung, der eigentlich keiner ist: Software spart erst dann Zeit, wenn sie eingerichtet ist und alle sie nutzen. Vorher kostet sie welche. Diese Anfangsinvestition wirkt bei vollem Terminkalender wie ein Luxus, den man sich gerade nicht leisten kann.

Genau deshalb lohnt es sich, ruhigere Phasen bewusst dafür einzuplanen — warum sich die Sommerzeit dafür besonders eignet, haben wir uns angesehen.

Die Studie zeigt auch, wen das am härtesten trifft. Im Schnitt geben sich die Betriebe für ihren Digitalisierungsstand die Schulnote 3,0. Kleine Betriebe mit bis zu vier Beschäftigten liegen bei 3,2, größere ab 20 Beschäftigten schon bei 2,1. Wer den geringsten Puffer hat, kommt also am seltensten dazu, und der Abstand zu den Großen wächst.

Wo die Zeit tatsächlich liegen bleibt

Bevor man über neue Software nachdenkt, hilft ein ehrlicher Blick darauf, wo im Alltag eigentlich Zeit verloren geht. Meistens sind es nicht die großen Dinge, sondern die vielen kleinen, die sich über den Tag summieren.

  • Zettelwirtschaft

    Aufmaße, Notizen und Stundenzettel liegen verteilt auf Papier, im Chat und im Kopf.

  • Doppelte Erfassung

    Zeiten und Infos werden erst auf der Baustelle notiert und später im Büro abgetippt.

  • Rückfragen

    Wer ist wo, welches Material war abgesprochen, wo ist das Foto vom Schaden?

  • Suchen

    Die richtige Info zum Auftrag ist da, nur findet sie im Moment keiner.

Diese vier Punkte tauchen in fast jedem Betrieb auf, unabhängig vom Gewerk. Das Gute daran: Genau hier ist der Hebel am größten, weil sich schon kleine Verbesserungen jeden Tag wiederholen.

Praxistipp

Notier dir eine Woche lang, wobei du oder deine Leute am häufigsten ins Stocken geraten. Der Zeitfresser, der am öftesten auftaucht, ist dein bester Startpunkt. Mehr dazu im Beitrag Zeitfresser im Handwerk.

Der pragmatische Einstieg: nicht alles auf einmal

Der häufigste Irrtum ist, Digitalisierung als großes Projekt zu denken, das man am Stück durchziehen muss. Das muss es nicht sein. Und die meisten Betriebe sind auch längst weiter, als sie glauben: 85 Prozent bieten laut Bitkom bereits mindestens einen digitalen Service an, etwa den digitalen Angebots- oder Rechnungsversand. Der erste Schritt ist also oft schon gemacht.

Wer weiterkommen will, ohne den Betrieb lahmzulegen, geht am besten der Reihe nach vor:

  1. Einen Bereich auswählen. Nimm den größten Zeitfresser aus deiner Woche, nicht das, was am spannendsten klingt.
  2. Klein testen. Ein Bereich, ein Team, ein paar Wochen. So bleibt der Aufwand überschaubar und du siehst schnell, ob es passt.
  3. Erst ausrollen, wenn es läuft. Funktioniert der erste Bereich, kommt der nächste dran. Nicht umgekehrt.

So verteilt sich der Aufwand auf viele kleine Schritte statt auf ein Großprojekt, für das nie der richtige Moment kommt. Wie das konkret abläuft, steht im Beitrag Software schrittweise einführen. Und weil die Kosten oft mitschwingen: Ein Teil lässt sich fördern, einen Überblick gibt der Beitrag zu den Förderprogrammen 2026.

Du willst wissen, wo bei dir der sinnvollste Startpunkt liegt? Im Erstgespräch schauen wir uns gemeinsam an, wo in deinem Betrieb die meiste Zeit liegen bleibt, und welcher erste Schritt sich am schnellsten auszahlt. Wenn du lieber selbst loslegst, kannst du Artesa auch direkt ausprobieren.

Was eine Einsatzplanung konkret abnimmt

Ein großer Teil des Zeitverlusts entsteht dadurch, dass Infos an vielen Stellen liegen: Planung auf dem Whiteboard, Zeiten auf Zetteln, Doku im Handy-Ordner. Eine Einsatzplanung wie Artesa bringt diese Dinge an einen Ort. So hat PEHA seine Notizbücher und Zettel gegen eine zentrale digitale Plantafel getauscht. Wer wann wo eingesetzt ist, siehst du in der Mitarbeiterplanung. Arbeitszeiten laufen über die Zeiterfassung direkt digital ein, statt zweimal erfasst zu werden. Und alles zum Auftrag, von der Notiz bis zum Foto, hängt in der Auftragsverwaltung am richtigen Vorgang.

Der Unterschied zu vielen Standard-Tools liegt darin, dass Artesa Werkstatt und Baustelle zusammendenkt. Stationäre Fertigung und mobile Teams tauchen in derselben Planung auf, nicht in zwei getrennten Systemen. Gerade Betriebe, die beides haben, etwa Metallbaubetriebe mit Fertigung in der Werkstatt und Montage auf der Baustelle, verlieren sonst genau an der Schnittstelle die meiste Zeit.

Fazit

Der Zeitmangel im Handwerk ist real, und er ist ein berechtigter Grund, neue Projekte erst mal zu vertagen. Nur führt gerade das Aufschieben dazu, dass die täglichen Zeitfresser bleiben. Die Zahlen der Bitkom-Studie zeigen beides: den vollen Terminkalender als Hürde und die Zeitersparnis als das, was sich die Betriebe am meisten davon versprechen.

Der Ausweg ist kein Großprojekt, sondern ein erster, kleiner Schritt beim größten Zeitfresser. Genau dafür ist eine Einsatzplanung gemacht: weniger Suchen, weniger Doppelarbeit, mehr Zeit fürs Handwerk.

Der erste Schritt ist kleiner, als du denkst.

Fang mit einem Bereich an, nimm dir den größten Zeitfresser vor und teste ein paar Wochen. Genau dafür ist Artesa gemacht. Teste Artesa 14 Tage kostenlos oder buch dir einen Termin, dann finden wir gemeinsam den einfachsten Einstieg für deinen Betrieb.